Proxmox VE - Roter Faden¶
Diesen Begriff hört man in meinen Seminaren häufiger. Gemeint ist hier: Das grundsätzliche Verständnis der fraglichen IT-Techniken. Am Besten gleich so, dass man auch nach einer Zeit ohne Beschäftigung mit diesen Techniken sehr schnell wieder in Fahrt kommt.
Unter einem roten Faden versteht man ein Grundmotiv, einen leitenden Gedanken, einen Weg oder auch eine Richtlinie. „Etwas zieht sich wie ein roter Faden durch etwas“ bedeutet beispielsweise, dass man darin eine durchgehende Struktur oder ein Ziel erkennen kann.
—Quelle: Wikipedia - Roter Faden
Eine sehr grundsätzliche Erfahrung in der IT ist, dass sich natürlich die IT modernisiert. ABER: keine Entwicklergemeinschaft setzt sich dauernd hin und erfindet das Rad neu. Wir werden uns also erarbeiten, wie die Technik tickt und dann profitieren wir einfach mal ein paar Jahrzehnte davon ;-).
In der folgenden Übersicht steigert sich die Komplextität und Effizienz der eingesetzten Proxmox Techniken. Diese grobe Draufsicht sollte man bei den Beschäftigungen niemals außer acht lassen. Und selbstverständlich steigen auch die Kosten mit höheren Implementierungen an!
Schauen wir auf die Umsetzungsphasen und Techniken mit Proxmox VE.
Standalone Server
1 PVE (Proxmox VE) Node mit Verwaltung und eigenem Storage
Manuelles Backup auf diversen Medien, Netzwerk-Ressourcen oder Proxmox Backup Server (PBS)
Einfacher Cluster mit min. 2 Nodes
PVE Nodes mit einer Web-UI für globales Management der Nodes aber mit jeweils eigenem Node-Storage!
Es sind jetzt Live-Migrationen möglich: VM/LXC müssen/können manuell migriert (verschoben) werden. Es wird die Zeit für das Verschieben der kompletten Installation von Node 1 auf Node 2 benötigt! Für das Verschieben darf auf dem Zielsystem die Instanz-ID noch nicht vergeben sein!
Wichtig: bei Instanzen mit Snapshots wird geeigneter Storagetyp benötigt (ZFS, Ceph)
ZFS-Cluster mit 2 Nodes
Nutzung von ZFS-Replikationen zwischen 2 oder mehreren Nodes: die ZFS Storages der Nodes replizieren regelmäßig untereinander.
Es gibt kein Automatic Failover bei Node-Ausfall. Aber das Umschalten auf eine andere VM auf anderem Node geht viel schneller, da die Disk der Instanz (VM / LXC) ja am Ziel-Node schon verfügbar ist!
Wichtig
ZFS - Für Trainingsumgebungen ist bei der Nutzung von ZFS zu bedenken, dass wir in der Lage sein müssen weitere Datenträger bereitzustellen! Das ist für VMs deutlich einfacher als für Bare Metal PVE Umsetzungen.
ZFS-Cluster mit 3 Nodes - kein echtes High Availability
Wir nutzen natürlich weiterhin ZFS. Für HA benötigen wir mindestens 3 Nodes - bzw. 2 Nodes + QuorumDevice.
Asynchrone Replikation: es sind hier Datenverluste möglich, weil die Nodes immer noch jeweils eigene Node Storage betreiben - dadurch kein echtes HA bei Node-Ausfall!
Ceph / HA Cluster mit min. 3 Node (HCI)
Cluster mit High Availability (HA) und gemeinsamen Ceph Storage Pool für alle Nodes - Stichwort: HCI
Die Ausfallszeit einer VM wird nur durch die Zeit bestimmt, die der HA-Cluster benötigt den Ausfall zu erkennen und einen alternativen Node zuzuweisen - im Normalfall eine Sache von Sekunden.
Wichtig
CEPH - Auch für die Ceph-Umsetzungen müssten wir beliebig Storages bereitstellen können, was wiederum in der Virtuellen Umsetzung viel einfacher ist. Bei Ceph müssten wir auch professionelle Netzwerkbedingungen erfüllen, die wir in Übungs- und Testszenarien im Sinne von Proof of Concept vernachlässigen.
Preislich bildet sich hier eine Spanne von einer Handvoll Euro für einen Mini-PC oder Refurbished Thin-Client bis zu einer 3 Node 100 GE Ceph Mesh Lösung für über 40.000 Euro ab. In der aktuellen (Anfang 2026) KI getriebenen HW-Misere kann man wahrscheinlich eher von 60.000+ Euro ausgehen.
Technikvertiefungen für von Proxmox Servern genutzten Techniken
Dazu kommen im Spannungsfeld von Proxmox Virtualisierungen die sauberen Implementierungen von Grundtechniken und weitere Tools. Diese will ich an dieser Stelle nur kurz anreißen.
Storage - also Speicherlösungen:
LVM (bzw. LVM-Thin), ZFS (dickes Brett), Linux FS (ext4, btrfs, xfs), Deduplikation, RAID, …
Network - also Netzwerklösungen:
Netzwerkkonfigurationen auf Servern, Link Aggregation, VLAN, Firewalls, SDN - Software Defined Network, …
Enterprise-Special HCI (Hyper-converged Infrastructure):
siehe Ceph (SDS - Software Defined Storage), …
Proxmox Datacenter Manager (PDM)
der Einstieg seitens Proxmox in die Enterprise Datacenter World like VSphere und Co
CLI-Tools, Tipps & Tricks
wie immer: mit OpenSource entsteht oft ein Biotop mit frischen Tools und Lösungen (siehe ProxMenux, …)
Und diese Aufzählungen sind bei weitem nicht mit dem Anspruch auf Vollständigkeit!